“Don´t play what´s there, play what´s not there!”

(Miles Davis)

Der begnadete Jazztrompeter Miles Davis gründete 1955 das Miles Davis Quintett. Die Band, bestehend aus John Coltrane (Tenorsaxophon), Red Garland (Klavier), Paul Chambers (Bass) und Philly Joe Jones (Schlagzeug), wurde schnell berühmt.

Um den Vertrag bei Prestige zu erfüllen, nahm das Quintett innerhalb von zwei Tagen vier Alben auf (Workin’, Cookin’, Steamin’ und Relaxin’). Dass die Qualität der Alben unter dieser Fließbandarbeit nicht litt, zeigt, wie gut das Quintett damals funktionierte. Die Musiker verstanden sich intuitiv und regten sich gegenseitig zu Höchstleistung an.

Für mich, als Organisationsentwicklerin ist es immer wieder die Herausforderung: verschiedene „Solokünstler“ anzuleiten, als Ensemble zu wirken. Etwas zu spielen, was vorher nicht da war. Einen Mehrwert durch die Interaktion des gemeinsamen Spiels zu erzeugen. Und oft sieht es auch erst einmal so aus, als wollten lauter exzellente Tennisspieler Fußball spielen.

Unser Bildungssystem belohnt nach wie vor die Einzelleistung – das mag auch dazu beitragen. Damit die Solospieler keine Kakophonie produzieren, oder nicht wissen, welchen Ball sie in welches Tor spielen sollen, brauchen sie Ordnung, Orientierung und müssen das Stück oder das Spiel kennen, um das es geht.

Das ist Kulturentwicklung. Es geht um das Stück, das Tempo, die Regeln und die Stimmen oder Rollen, die dafür notwendig sind. Wie sich die Stimmen oder Rollen arrangieren, ergänzen, kooperieren. Wie sie interagieren, ihre Beziehungen gestalten. Wie sie kommunizieren.

Dafür müssen sie sich kennenlernen. Sich erforschen. Eine gemeinsame Sprache entwickeln, Verabredungen treffen. Eine gemeinsame Wirklichkeit kreieren. Und das ist nicht leichter als gedacht. Let´s go!

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